Gemeinsam sind wir stark
Vorwort
Seit einigen Jahren reift in unserem Kollegium, bei den Eltern und auch in der Schülerschaft der Wunsch nach mehr erziehenden Momenten und mehr Zeit für unseren Unterricht. An die Schule werden von außen immer mehr Aktivitäten herangetragen, so dass es zwar sehr abwechslungsreich zugeht, aber keine Woche mehr vergeht, in der unser geregelter Stundenplan und damit der "normale Unterricht" abläuft.
Da der eigentliche Unterricht das Kerngeschäft unserer Schule sein soll, bringt all zu viel Aktivismus inzwischen eher Unruhe in den Schulalltag. Zwar sind die vielen Angebote verlockend. Sie lenken aber auf Dauer sehr häufig vom Wesentlichen ab. Außerdem ist der Auftrag der Schule seit einiger Zeit im Wandel begriffen, da hier zunehmend erzieherische Aspekte in den Vordergrund rücken. So wuchs der Wunsch nach mehr Ruhe und Zeit im Alltag.
Bereits im letzten Schuljahr hatten wir uns vorgenommen diesem Ziel näher zu kommen. Da nun in diesem Jahr die Qualitätsentwicklung nach vorgegebenem Plan anstand, haben wir aus unseren Vorüberlegungen das Ziel entwickelt: Wir wollen die Sozialkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler stärken Wir denken, dass wir so gemeinsam gezielte Aktivitäten zur Verbesserung des gesamten Unterrichts und darüber hinaus des gesamten Schulalltags erreichen werden. Für die Kinder haben wir den griffigen Satz: "Gemeinsam sind wir stark" ausgewählt, damit sie sich mit dem Qualitätsprogramm identifizieren können.
Fortschreibung Oktober 2005
Der Versuch: Einführung der Streitschlichtung im 3. Schuljahr
Zur ortschreibung und Festigung unseres aktuellen Qualitätsprogramms „Gemeinsam sind wir stark“ wollten wir in der Zeit zwischen den Osterferien und den Sommerferien 2005 einen 10-wöchigen Aufbaukurs „Streitschlichter für Grundschüler“ im damaligen dritten Schuljahr durchführen. Unsere Wünsche und Ziele Die Kinder befähigen, mit Streitigkeiten selbstständig umzugehen und eigene Lösungen dafür zu finden. Den Kindern die passenden Worte und Regeln für diese Problematik nahe zu bringen Den Kindern das nötige Selbstvertrauen für diese Aufageb zu vermitteln. Den Kindern Gelegenheit geben, die vorher erlernten Kommunikationsfähigkeiten prakrtisch anzuwenden und zu erweitern.
Die weitere Vorgehensweise bezüglich unseres Qualitätsprogramms lautet folgendermaßen: Nachdem in Klassen 1 und 2, wie schon im aktuellen Programm verankert, die Kommunikationsfähigkeit der Kinder geschult wird, sollen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3 gezielter auf das Streitschlichterprogramm vorbereitet werden. Zu den bereits vorhandenen Wegen unseres Programms schließt sich die Ausbildung zum Streitschlichter an, wofür aber nun ein ganzes Schuljahr zur Verfügung steht. Idealerweise werden die „alten“ Streitschlichter (Klasse 4) kurz vor den Sommerferien in einer Art „Übergabe“ ihre Nachfolger in alle wissenswerten Punkte zur Organisation und Durchführung dieser Aufgabe einweihen. Die „Neuen“ sollten dann im nächsten Schuljahr in der Lage sein, das Streitschlichterprogramm im Alltag anzuwenden und auf dem Schulhof zur Stelle sein.
Klasse 1 und 2:
Fortführung der bisherigen Übungen zur Stärkung der Sozialkompetenzen und Kommunikationsfähigkeiten.
Klasse 3: Durchführung des „STOPP“ –Programms mit anschließender Ausbildung zum Streitschlichter
Unser Schülerparlament 2009/2010
Klasse 4:
Aktive Streitschlichtungsarbeit mit regelmäßiger Supervision durch eine Lehrkraft. Wir erhoffen uns nun, dass sich Zeit- und Energieaufwand dafür lohnen und wir mit dieser Planung dem großen Ziel unseres Qualitätsprogramms – die Stärkung der Sozialkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler – gerecht werden. Die Streitschlichtung soll uns in folgenden Bereichen Gewinne bringen: Gewinn für SchülerInnen: Zunahme des Selbstbewusstseins/Selbständigkeiten Erhöhung der Verantwortlichkeit Stärkung des Sozialverhaltens Erlernen eines sozialen Konfliktmusters Gewinn für die Schule: Verbessertes Schul- und Klassenklimas Reduzierung des Vandalismus Beitrag zur friedlichen Koexistenz Gewinn für Lehrer: Entlastung (zeitlich und emotional) Zuwachs eigener Handlungskompetenz Vermittlung und Umsetzung von Werten und Normen Gewinn für Eltern: Kennenlernen eines alternativen Konfliktmusters GB ewissheit, dass die Kinder in der Schule in einer gewaltfreien und entspannten Atmosphäre aufwachsen und lernen. Fortschreibung 2007 Die Entwicklung der Sozialkompetenz ist in der Grundschule Appenheim nicht erst seit der Entwicklung eines Qualitätsprogramms ein wichtiger Aspekt. Überhaupt ist die Erziehung und auch die Gemütsbildung der Kinder in unserer kleinen Einheit unseren Eltern als auch unserem Kollegium von je her eine Herzensangelegenheit. (Auch unser „Schullied“ dokumentiert diese Einstellungen. Der Text ist als Anhang beigefügt.) Die Sozialkompetenz als eine Schlüsselqualifikation wird im Fächerkanon der Grundschule unseres Erachtens viel zu wenig berücksichtigt. Deshalb haben wir schon seit längerer Zeit unseren Fokus auf diese Entwicklung gelegt. Leider ist es sehr schwierig bei den vielen Neuerungen, die unserer Schulleben im Moment zu verkraften hat, den „roten Faden“ nicht zu verlieren. So kam uns im Jahre 2002/2003 die Entwicklung eines Qualitätsprogramms zur Hilfe und wir hatten nun einen festen Platz zur Entwicklung der sozialen Kompetenzen. Besser noch, wir zogen nun mit Hilfe eines festen Programms alle an einem Strang. Leider stellte sich bei den begleitenden Fortbildungen sehr schnell heraus, dass die meisten Schulen eher die Steigerung der Lesekompetenz wählten, weil dies zu dieser Zeit bedingt durch die Ergebnisse der PISA Studien aktuell war. Nach und nach stellte sich dann leider auch heraus, dass unser Programm die Schwierigkeit in sich barg in kein Schulfach so richtig zu passen. Die Unterrichtszeiten für den Fächerkanon sind seit der Einführung der vollen Halbtagsschule eh schon stark gekürzt und eigentlich keine Spielräume mehr möglich. Wir haben mühsam Konstruktionen entwickelt, wie wir trotz dieser Hindernisse einen geeigneten Platz im Wochenrhythmus pro Klasse fanden. Die Dokumentation in gesonderten Listen im Klassenbuch half uns dabei und für alle war ersichtlich wie und was in den einzelnen Klassen gerade bearbeitetet wurde. Auch die Eltern fanden mehrheitlich unser Programm gut und sinnvoll, mehr noch in der heutigen Zeit immer wichtiger. Die Weiterentwicklung in die Streitschlichtung in den Klassenstufen 3 und 4 brachte unser zunächst erstelltes Programm schon wieder etwas durcheinander.Aber wir hatten die Großrichtung der Sozialkompetenzentwicklung nicht aus den Augen verloren. Allerdings rückte die Einbindung in ein Unterrichtsfach aus dieser Sicht in immer weitere Ferne. Als dann in dem Gespräch mit unserer Schulrätin Frau Heieck im letzten Sommer klar wurde, dass an eine weitere Fortschreibung in unserem Stil im kommenden Jahr nicht zu denken sei, weil hier keine Steigerung der Unterrichtsqualität ablesbar ist, hatten wir ein Problem. Ein Umschwenken auf eine andere Thematik wurde von niemand gewünscht. Die Leseförderung zum Beispiel wird in unserem Hause seit vielen Jahren intensiv betrieben. Wir besuchen in Monatsrhythmus die örtliche öffentliche Bücherei mit allen Klassen. Des Weiteren führen wir Büchereiaktionen, wie Einführung der ersten Klassen, Büchereiführerscheine, Dichterlesungen, Weihnachtsaktionen usf.selbstverständlich weiter durch. Auch Lesenächte in der Klassenstufe 2 sind fester Bestandteil unseres Schulprogramms. Der Einsatz von Lesemüttern in der Klassenstufe 1wurde ebenfalls schon öfter praktiziert. Die Förderung der Naturwissenschaften wird seit einiger Zeit in unserer Schule mit einer Gesamtausbildung des Lehrerkollegiums unter Unterstützung und Betreuung der Firma Boehringer Ingelheim sehr stark vorangetrieben. Aber auch diese Schiene ist selbstverständlich im Sachunterricht der Grundschule verankert, ohne dass jetzt daraus gleich unsere gesamte Grundeinstellung verändert werden müsste. Es blieb also nur ein Weg: Wir mussten die Steigerung der Sozialkompetenz in unserem Sinne im Fach Deutsch einbinden. So versuchten wir zunächst mit Hilfe einer Synopse die Gemeinsamkeiten unseres bestehenden Qualitätsprogramms mit dem Teilbereich „Sprechen und Verstehen“ des Faches Deutsch zu untersuchen. Um sicher zu gehen, dass wir uns hiermit auf einem akzeptablen Weg bewegten luden wir unsere Schulrätin Frau Heieck zu einer Gesamtkonferenz ein. Dort wurde dann die Einbettung mit Hilfe der vierspaltigen Synopse (Teil A) besprochen und mit zusätzlichen Materialien (Fragebogenentwürfen) zur weiteren Bearbeitung frei gegeben. Deshalb befindet sich in unserer Fortschreibung zunächst ein erster Teil mit den vier Vergleichsspalten (Bildungsstandards im Fach Deutsch – Teilrahmenplan Deutsch – Schuleigener Arbeitsplan – Qualitätsprogramm unserer Schule). Im folgenden Teil B sind diese vier Spalten dann mit den zwei Spalten (Thematischer Bezug – Indikatoren) ergänzt und nun in allen vier Jahrgangsstufen bearbeitet worden. Bewusst haben wir diesen zweiten Prozess neben dem ersten erneut einzeln aufgeführt. Somit ist sichergestellt, dass der Findungsweg nachvollziehbar ist. Wir sind sicher, dass wir nun mit dieser Einbettung einen großen Schritt vorwärts gekommen sind, um die Entwicklung der Sozialkompetenz im Rahmen des Teilbereiches Deutsch „Sprechen und Verstehen“ weiter zu verfolgen. Es handelt sich in unserem Falle nicht nur um eine Fortschreibung sondern eher um eine neue Eingliederung unseres Programms in die vorgegebenen Bahnen des Fächerkanons der Grundschule hier insbesondere des Faches Deutsch. Damit die weitere Arbeit des „neuen“ Programms auch funktioniert haben wir im Teil C unserer Fortschreibung auch die Evaluierung nicht aus den Augen verloren.
E V A L U A T I O N + F O R T S C H R E I B U N G 2009
Teil 1 R Ü C K B L I C K
Im Schuljahr 2006/2007 erfolgte eine thematische Umgewichtung unseres Qualitätsprogramms zur gezielten Verbesserung der Unterrichtsqualität. Von nun an gab es eine enge Verknüpfung mit den schuleigenen Arbeitsplänen im Fach Deutsch. Der Schwerpunkt liegt seit dem im Bereich „Sprechen und Zuhören“ (siehe Spalte INDIKATOREN). Diese Arbeitspläne werden bis heute fortgeführt und nach Bedarf ergänzt oder aktualisiert. Die Bedeutung dieses Teilbereichs aus dem Rahmenplan DEUTSCH ist enorm. Eine kurze Zusammenfassung: vorhandene Kommunikationsfähigkeiten ausbauen Fähigkeiten zum Dialog fördern die Aufnahme und das Verstehen von Gehörtem und dessen sinnhafte Wiedergabe Wortschatzerweiterung verständliche Artikulation lebendiges Erzählen Gesprächsregeln kennen und beachten In allen Lernbereichen sind diese Kompetenzen wichtige Voraussetzungen für den Lernerfolg ! Zur genannten Zeit wurden auch die Fragebögen zur Evaluation verändert und angepasst. (Nähere Angaben finden sich in der Evaluation und Fortschreibung unseres Qualitätsprogramms aus dem Jahr 2007.)
Teil 2 A K T U E L L E R S T A N D
Ende Schuljahr 2008 /2009 Die bereits genannten Fragebögen dienen auch in diesem Schuljahr wieder der Evaluation. Wie gehabt tragen die Kollegen und Kolleginnen ihre Beobachtungen ein und werten sie anschließend aus. Da dieses Vorgehen stets intern ist, sind weder Kinder noch Eltern darüber informiert (Ausnahme : Leser des Qualiprogramms) oder aktiv daran beteiligt. Zudem ist die Nachhaltigkeit der Fragebögen mittlerweile zweifelhaft und daher sollte ihr weiterer Gebrauch sicherlich neu diskutiert und überdacht werden. Zum jetzigen Zeitpunkt werden also die gewünschten Ziele im Bereich „Sprechen und Zuhören“ hauptsächlich im Deutschunterricht umgesetzt. Dies geschieht nach allgemeiner Aussage allerdings nicht nur dort, sondern auch in allen übrigen Fächern und im tagtäglichen Miteinander. Nebenbei bemerkt handelt es sich schließlich um eine grundlegende Basis für schulisches (und sonstiges) Leben. Was uns zur Zeit fehlt, ist eine Art „Filter“. Dieser sollte behilflich sein, die Umsetzung des Qualitätsprogramms aus dem allgemeinen Unterrichtsgeschehen herauszuziehen und für alle Beteiligten (!) sichtbar zu machen. Die Fragebögen haben diesen Effekt nicht ausreichend geliefert. So einen „Filter“ zu finden und zu erproben könnte das Ziel für die kommenden zwei Jahre sein. Im Teil 3 „ Ziele und Vorhaben“ wollen wir einige Wege aufzeigen, die uns zu mehr Transparenz verhelfen könnten.
Teil 3 Z I E L E und V O R H A B E N
Zunächst einmal halten wir es für erforderlich, die erstellten (und noch recht jungen ) Arbeitspläne fortzuführen. Die zusätzlichen neuen Vorhaben der kommenden 2 Jahre sollten überschaubar und machbar sein. Folgende Ideen und Pläne möchten wir vorstellen:
Die Einbettung in die nun kontinuierliche Projektarbeit an unserer Grundschule ist leicht möglich (Vorträge, PA, GA, Reflexionen, ...).
Die Anwendung soll auch im Rahmen der neuen Wochenplanarbeit stattfinden.
Die Durchführung von 4 – 5 „Qualitagen“ im Schuljahr dient der Verbreitung des Begriffs und hilft gegen das „Vergessen“: - Montage bieten sich an (Klassenlehrertag) - Zeitpunkt bestimmt jeder Klassenlehrer - Thematik passend zum Bereich „Sprechen und Zuhören“ - Beispiele: Interaktionsspiele (blauer Kasten!), Rollenspiele, Theater, Sketche, Gedichte bearbeiten, Englisch, vorlesen, Hörspiele, Phantasiereisen, schülergeleiteter Erzählkreis, Stimmungsbarometer, Gesprächsrunde unter ein Thema stellen, Nutzung von Deutschmaterialien, Lieder, ...
Die Einbindung der alten Turnhalle für oben genannte Aktionen wäre sehr wünschenswert !!
Das Qualitätsprogramm und seine Bedeutung (für Zeugnis und Schulleistung) soll zum festen Inhalt von Elternabenden in allen Schuljahren werden.
Für Eltern als Kopie: Auszug Rahmenplan Deutsch + Literaturhinweise + Ziele der Schule
Stärkung der Streitschlichtung
gezielte Evaluation bei Eltern der Klasse 4
Gesprächsregeln müssen überall akzeptiert werden (Betreuung, Reli)
In 2 Jahren Projektwoche zu „Sprechen und Zuhören“ als Evaluationsmöglichkeit
evtl. Ohrenspitzerprogramm für die weitere Zukunft ?
Einbindung der Bücherei : Autorenlesungen